Sehenswürdigkeiten
Aus touristischem Gesichtspunkt ist für die Stadt der durchreisende Fremdenverkehr charakteristisch. Diese ungünstige Tendenz könnte durch die Einrichtung einer ständigen Ausstellung im Museum Lajos Hatvany und durch die Umfunktionierung des Grassalkovich Schlosses nach dessen Rekonstruktion gemäÿigt werden. Eine ähnlich zum Verbleiben der Touristen verlockende Maÿnahme wäre, wenn man die an der Stadtgrenze liegenden Baggerseen infrastrukturell erschlieÿen und mit Handelseinheiten versehen würde. Im Zentrum der Stadt befindet sich das Einsternehotel Park, zusätzlich gibt es noch zwei weitere Pensionen, die Gäste aufnehmen können. Am Stadtrand befindet sich der Campingplatz des Kreativitätsferienlagers, wo die Unterkunft in Zelten und Holzhäusern möglich ist. Die Gesamtzahl der Plätze in den Handelsunterkünften in der Stadt beträgt 86.
Die ältesten architektonischen Denkmäler der Stadt stammen aus dem 18. Jahrhundert, die Antal Grassalkovich I. zu verdanken sind und zu den hervorragenden Schöpfungen der barocken Architektur gehören. Die heute den Hauptplatz der Stadt bestimmenden Gebäude, wie das Schloss, die Kirche, die Tuchmanufaktur, die Brauerei sind in erster Linie seiner Mäzentätigkeit zu verdanken. Am Hauptplatz der Stadt erhebt sich das zwischen 1754-1763 in zwei Phasen erbaute Grassalkovich Schloss, ein spätbarockes Denkmal. Nach mehrmaligen Umbauten und Renovierungen erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen. Für den ausgedehnten Park des U-förmigen Schlosses, das mit 32 Zimmern ausgestattet ist, wurden Pflanzenseltenheiten aus dem Ausland importiert, die noch in den 1930er Jahren zu sehen waren. Die Mitglieder der Familie Deutsch-Hatvany haben der Pflege und der Gestaltung des französisch angelegten Parks, das an den Seiten durch englische Parkwälder abgeschlossen war, groÿe Aufmerksamkeit geschenkt. In dem zwanzig Katastermorgen vermessenden Park befanden sich ehemals 35 Skulpturen, 13 gemeiÿelte Steinbänke und ein aus Italien stammender Zierspringbrunnen, von dem heute nur noch hie und da Skulpturenreste und Teile des stark zerstörten Springbrunnens zu sehen sind. Dank der kulturfördernden Tätigkeit der Familie Hatvany haben hier solche berühmte Persönlichkeiten Besuch erstattet, wie Thomas Mann, Endre Ady, Gizi Bajor, Sándor Bródy, Béla Czóbel, István Csók, Sándor Hunyadi, Attila József, Anna Lesznai, Zsigmond Stróbl.
Eine weitere Zierde des Kossuth Platzes ist die Pfarrkirche des Hl. Adalbert, die ebenfalls unter der Schirmherrschaft von Antal Grassalkovich I. zwischen 1751-55, an der Stelle einer 1596 zerstörten mittelalterlichen Kirche erbaut wurde. Gleichwie das Schloss entstand die Kirche auch nach den Plänen der Architekten Ignác Oraschek und József Jung. Von der Vorhalle öffnen sich zu beiden Seiten je eine Seitenkapelle. Das weitgespannte Kirchenschiff wird von drei tschechischen Kappengewölben bedeckt.
Auf der anderen Seite der an der Kirche entlangführenden Landstraÿe 30 erhebt sich das denkmalgeschützte Pfarrhaus, das ebenfalls in den 1750er Jahren erbaut wurde und über eine fünfachsige Hauptfassade verfügt. Das ursprünglich ebenerdige Gebäude wurde noch im 18. Jahrhundert zu einem eingeschossigen umgebaut. Hier wird das Historia Domus der Siedlung verwahrt, mit dessen Niederschrift der Probst Bernát Stettner am Ende des 18. Jahrhunderts begann. Hinter diesen Wänden wohnte im Jahre 1847 der Probst Mihály Horváth, der später zum Bischof, dann zum Kultusminister wurde.
Die übrigen Gebäude des Kossuth Platzes sind in Bezug auf das Stadtbild von Bedeutung. An der anderen Seite der Kirche befindet sich das Gebäude der ehemaligen Tuchmanufaktur. In dem mit Gängen und gewölbten Räumlichkeiten ausgestatteten Gebäude wurde aufgrund eines von Maria Theresia erteilten Privilegiums zwischen 1769-1787 graues und farbiges Tuch hergestellt. Später wurde das Gebäude umgestaltet und umgebaut, hinter seinen Wänden befanden sich zeitweise das Katasteramt, die Heeresergänzungskommandantur, das Amtsgericht, das Gefängnis, die sowjetische Heereskommandantur. 1954 wurde die Hauptfassade der Manufaktur abgerissen, seitdem funktioniert sie als Kaufhaus.
Das Gebäude der Brauerei unter Kossuth Platz Nr. 12 wurde nach den Plänen des Architekten József Jung, ursprünglich als herrschaftliches Haus entworfen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war bereits die Brauerei unter der Leitung von Mór Lippe in Betrieb. Die Gemeinsprache hat die einstige Funktion im Namen des Gebäudes beibehalten. Das heute noch sichtbare Gebäude ist nur ein Bruchteil des einstigen Komplexes, dessen rechte Seite 1944 in den Kämpfen im II. Weltkrieg beschädigt wurde und abgerissen werden musste. An dessen Stelle erhebt sich heute ein einstöckiges Wohnhaus, das direkt an die Brauerei gebaut wurde. In den letzten Jahrhunderten hatte sie verschiedene Funktionen inne, heute ist sie Sitz des Museums Lajos Hatvany.
Ebenfalls am Hauptplatz der Stadt steht das Rathaus, ein mehrmals umgebautes Gebäudeensemble, das 1729 auf den Ruinen des 1596 zerstörten Klosters der Prämonstratenser errichtet wurde. Seine heutige Gestalt erhielt es im Jahre 1907. Bei den in den 1980er Jahren durchgeführten Renovierungsarbeiten wurden die Reste einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit geradem Chorabschluss aufgefunden.
Auÿerdem sieht man innerhalb des Gebäudes die Reste einer dreijochigen Kapelle mit preuÿischem Kappengewölbe. Im 18. Jahrhundert diente das Gebäude als Frauenkloster, später als Schule, im 19. Jahrhundert war hier das Salzhaus, dann eine Apotheke und anschlieÿend das Casino untergebracht. Seit 1862 ist das Gebäude der Sitz der städtischen Verwaltung.
Hinter der Kirche befindet sich das städtische Gericht, dessen Gebäude 1924 von dem Architekten Ferenc Orbán entworfen und von dem Bauunternehmen Ring errichtet wurde. Neben dem Rathaus erhebt sich das palastartige eklektizistische Gebäude der Grundschule auf dem Kossuth Platz, das im Jahre 1894 aus eigener Kraft gebaut wurde. An der Fassade steht es mit groÿen Buchstaben geschrieben: Hatvan a tanügynek (Hatvan für das Schulwesen). Die zwei Weltkriege haben dem Gebäude erhebliche Schäden zugefügt, aber nach den Aufbauarbeiten behielt es immer wieder seine ursprüngliche Funktion bei.
Am Kreuzungspunkt des Kossuth Platzes und der Grassalkovich Straÿe befindet sich das Gebäude des Postpalastes, das 1879 im Stil des Eklektizismus errichtet wurde. Es wurde mehrmals umgebaut, und 1944, beim Rückzug der deutschen Truppen ein Teil davon in die Luft gesprengt. Heute noch besitzt es dieselbe Funktion wie zur Zeit seiner Entstehung.
Auf dem Hauptplatz befinden sich mehrere Skulpturen und Denkmäler, die auf wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte verweisen. Das Heldendenkmal wurde 1869 zum Andenken der Gefallenen der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848-49 errichtet. Das graue Granitobelisk ist das Werk des Budapester Steinmetzmeisters Antal Gerenday und heute Schauplatz der Bekränzungen am Erinnerungstag, dem 15. März.
Die Erinnerung an die 209 im I. Weltkrieg gefallenen Hatvaner Bürger wird von der Skulptur des Künstlers Sándor Finta mit dem Titel "Wachposten" aufrechterhalten. Das im Jahre 1917 eingeweihte Skulptur eines Soldaten war die erste solcher Art im Land, die an die Verstorbenen des I. Weltkrieges erinnerte. Dessen Schöpfer emigrierte 1920 und hat sich in den Vereinigten Staaten von Amerika niedergelassen. Finta war Mitglied von derjenigen Bildhauergruppe, die am Mount Rushmore, im Schwarzen Gebirge (Black Mountains) in Süd-Dakota die 18 Meter hohen Porträts von vier amerikanischen Präsidenten in den Felsen meiÿelte.
Neben der Kirche befindet sich das Gelübdedenkmal des Hl. Sebastian, das 1739-40 zum Andenken an das Ende der Pestepidemie errichtet und am 30. Mai 1740 eingeweiht wurde. Bei dem Skulpturenensemble, das heute zu sehen ist, handelt es sich um eine Kopie; das Original wird im Museum Lajos Hatvany aufbewahrt.
Die hinter der Kirche stehende Skulptur des Hl. Johannes von Nepomuk wurde 1940 von dem Hatvaner Bildhauer András Juhász angefertigt. Die vor dem städtischen Gericht stehende Skulptur des Hl. Emmerich stammt ebenfalls von ihm. Die Einweihung erfolgte am 8. Juni1941. Das Modell der stehenden Figur war Lajos Balázs, der spätere Bildhauer.
Neben der Kirche steht das zweimeterhohe Denkmal des Hl. Kreuzes, dessen Sockelhöhe 150 Zentimeter misst. Gegenüber der Kirche steht eine neobarocke Dreifaltigkeitsskulptur, die 1903 eingeweiht wurde. Gegenüber dem Rathaus erhebt sich das Kunstwerk mit dem Titel "Stadtgeschichte", das von der Bildhauerin Katalin Pálffy geschaffen wurde. Der 6x8 Meter groÿe Sockel ist die Grundlage des ehemaligen Denkmals der Räterepublik. Ebenfalls vor dem Rathaus steht der mit Löwen geschmückte Zierbrunnen, der von László Wild entworfen wurde und der mit den auf dem Platz angebrachten Kandelabern eine harmonische Einheit bildet.
Ein paar Kilometer von der Siedlung entfernt befindet sich das denkmalgeschützte Grassalkovich Meiergut in Nagygombos, das 1762 errichtet wurde. Das Gelände, auf dem sich mehrstöckige Getreidespeicher und Stallungen erheben, wird von einer Steinmauer umgeben, den Zugang bilden drei riesige Ziertore. Dieses barocke Tor wurde mit Skulpturen geschmückt, von denen zwei am weitesten erhalten geblieben sind, die mit dem Namen Csikós (Pferdehirt) und Tót (Slowake). Das Weinhaus von Nagygombos ist ebenfalls ein Denkmalgebäude.
Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt, Gebäude, die das Stadtbild entscheidend formen, sind die 1877 eingeweihte Grundschule in der Rákóczi Straÿe, die mehrmals umgestaltet wurde, das 1902 erbaute József Bajza Gymnasium mit der dazugehörigen Fachmittelschule (Bálint Balassi Str.17) ist in Teilen ein Gebäude vom Denkmalcharakter. 1931 erhielt das Gymnasium ein zweites Obergeschoss, womit das ursprünglich im Stil der Sezession errichtete Gebäude etwas verunstaltet wurde.
Die an der Ecke Rákóczi und Bajcsy- Zsilinszky Strasse stehende römisch-katholische Kirche von ÿjhatvan (1929) und das Kloster der Franziskaner sollen nach Wunsch des Amtes für den Schutz des Kulturellen Erbes für geschützte Gebäude erklärt werden.
Kommunalgeschützt sind die evangelische Kirche von 1935 (ÿttöro Str.), die reformierte Kirche von 1908 (György Dózsa Platz), das Schloss der Zuckerfabrik ( heute Kristallschloss genannt) auf dem Radnóti Platz, das Gebäude des Katasteramtes (Bálint Balassi Str.), der Bahnhof (Boldogi Str.), das ehemalige Bürohaus der Produktionsgenossenschaft auf dem Gehöft Palkó, die Wohnsiedlung der Zuckerfabrik, die Krippe und der Kindergarten der Ungarischen Eisenbahn (MÿV, Bajcsy-Zsilinszky Str.), die Kaserne der Feuerwehr auf dem Hunyadi Platz, das Bildungszentrum Ferenc Liszt (DALI) an der Lázár Mészáros Strasse, und der städtische Wasserspeicher mit den umgebenden Denkmälern.
Von den Kunstwerken auf öffentlichen Plätzen verdienen das Porträt von Bálint Balassi an der Balassi Strasse, beziehungsweise die auf dem Radnóti Platz stehende Skulptur des Dichters Miklós Radnóti, der hier als Gefangener im Arbeitslager war, erwähnt zu werden.
An dem Gebäude vor dem Tor der Konservenfabrik hat die Stadtverwaltung in April 2003 eine Gedenktafel zum Andenken an die Opfer des Getto auf dem Gelände der Zuckerfabrik angebracht.











