Sehenswürdigkeiten

Der Hauptplatz der Stadt, der Kossuth Platz, ist eine Parkanlage und somit der Lieblingserholungsort der Einwohner. Auf der südlichen Seite des Platzes erhebt sich der 56 Meter hohe Turm des durch Lajos Ybl im eklektischen Stil geplanten Rathauses aus dem Jahre 1892/3, von dem sich den Besuchern ein herrliches Panorama auftut. Den Treppenabsatz erhellen farbige, mit Bleiglas verzierte Fenster und aus der Eingangshalle führt ein Weg in den Festsaal, an deren Wände riesige Gemälde schmücken.
Unter den schattigen Bäumen des Kossuth Platzes sind mehrere Statuen zu finden. Das Reiterdenkmal zum Gedenken an den ersten Welt-krieg von János Pásztor vor dem Rathaus, unweit davon steht das Denkmal für das Jahr 1848 und neben diesem, gegenüber dem Bankgebäude die Statue Kossuth von Ede Kallós. Auf der westlichen Seite des Platzes befindet sich das aufgrund der Pläne von Gyula Pártos, im Jahre 1905 gebaute und vor kurzem in seine ursprüngliche Schönheit zurückversetzte Gebäude des Hotels "Schwarzer Adler" mit seinen monumental kunstvoll verzierten Fenstern. Sein repräsentativ groÿer Saal ist der Ort für Bälle und Stadtveranstaltungen. Neben dem Hotel steht die Statue "Mädel mit Krug" von János Pásztor und schlieÿlich das János Kovács Szántó Denkmal von József Somogyi auf der anderen Seite in der Nähe der Alten Kirche.
Das älteste Ziegelgebäude der Stadt ist die in Jahren 1713-1714 im rumänischen Stil gebaute alte Kirche, die im Jahre 1741 durch eine Schutzmauer mit Schlieÿscharten erweitert wurde. Heute blieb davon nur noch ein kleiner Teil hinter der Kirche übrig. Das klassizistische alte Gymnasium wurde 1820-22 gebaut, und beherbergt zur Zeit die ständige Ausstellung der Alfölder Galerie - mit den Werken der berühmten Maler und Meister aus der Alfölder Malerschule (Tornyai, Béla Endre, Rudnay).
Der erste artesische Brunnen der Stadt ist der durch Béla Zsigmondi 1880 gebohrte Brunnen "Bakay", welcher von seinem ursprünglichen Platz auf den Platz zwischen dem Erntespeicher bei der alter Kirche und dem Jugendheim verlegt wurde.

Im Gebäude der seit 1722 bestehenden reformierten Schule aus dem Jahre 1896, im Gábor Bethlen Gymnasium ist das Pantheon der namhaften Kinder von Vásárhely zu sehen. Hinter dem Gymnasium befindet sich die Hochwasserschutzmauer aus Ziegeln, die zum Schutz des südlichen Teils der Stadt im Jahre 1879 bei dem grossen Hochwasser in Szeged mit einer Länge von 3 Kilometern gebaut wurde.
Wenn man die Andrássy Hauptstrasse herunter läuft, steht die römisch-katholische innerstädtische Kirche auf der linken Seite in der Mitte eines kleinen Parks, dessen Mittelschiff im Jahre 1852 und ihre zwei Seitenschiffe im Jahre 1860 gemäss der Pläne von Miklós Ybl gebaut wurden.
Über dem Tor ist das Wappen des Gutsherren Grafen Károlyi zu sehen.
Etwas weiter wird das lange mit Tympanon verzierte Gebäude des im Jahre 1794 gebauten klassizistischen herrschaftlichen Vogthauses sichtbar. Wenn man nach rechts abbiegt, sieht man die Stadtbibliothek László Németh, vor welcher sich eine Statue des Schriftstellers, im Gebäude dagegen eine das Leben von László Németh und seiner Arbeit darstellende Ausstellung befindet.
In der Mitte des Platzes János Kálvin steht der im Jahre 1882 gebohrte artesische Brunnen von János András Nagy, dahinter ist die neue Kirche, eine der grössten barocken reformierten Kirchen in der Tiefebene. Auf der nordöstlichen Seite des Platzes befindet sich das ehemalige Gebäude der jüdischen Religionsgemeinschaft aus dem Jahre 1893, das heute eine Musikschule beherbergt. Wenn man weitergeht, erblickt man auf der rechten Seite das eklektische Gebäude der israelitischen Kirche.
Auf dem vor kurzem errichteten St. Stephan Platz ist das aufgestellte imposante Reiterdenkmal St. Stephan - das Werk von István Máté - zu sehen und dahinter die im Jahre 1936 gebaute alt-christliche basilikale römisch-katholische St. Stephankirche. In dem durch Gyula Sándy geplanten Gebäude mit Druckziegeln (János Kovács Szántó Str. 16) befindet sich das Museum János Tornyai, das seine Besucher mit ständigen archäologischen und ethnographischen bzw. ethnologischen Ausstellungen, aber auch mit periodischen Ausstellungen der bildenden Künste erwartet.
Das Haus für Volkskunde ist in der Innenstadt (Árpád Str. 21.). In dem im XVIII.-ten Jahrhundert gebauten schilfgedeckten Bauernhaus werden die volkskundlichen Andenken der Stadt ausgestellt.
Eine Töpferei liegt im Stadtteil Csúcs (Rákóczi Str. 110.). Die ehemalige Werkstatt des Töpfermeisters Sándor Vékony bewahrt das Gedächtnis an ihn selbst und an die anderen ehemaligen Töpfer der Stadt. Auÿerhalb der Stadt ist das Einzelhofmuseum in Kopáncs an der Landstrasse nach Szeged zu finden.
An der Csomorkányer Landstrasse erhebt sich die Csomorkányer Kirchenruine mit den Mauerüberresten der ehemaligen Kirche aus dem Zeitalter der Arpaden.

Die Stadt und ihre breite Grenze sind schon seit mehreren tausend Jahren bewohnt. Die aus dem Neolithikum stammende berühmte Statuette "Venus aus Kökénydomb" und die aus verschiedenen Zeitalter stammenden archäologischen Funde sind in der ständigen archäologischen Ausstellung des János Tornyai Museums zu sehen.
Hód und Vásárhely, die ehemals getrennte Dörfer waren, sind schon seit dem 13-ten Jahrhundert urkundlich erwähnt. In der Mitte des 15-ten Jahrhunderts wurde der aus beiden Dörfern bestehenden Siedlung das Marktrecht verliehen. Die Quellen erwähnen sie als die herrschaftliche Zentrale des Türkensiegers János Hunyadi. Ihre Lage neben der Straÿe von Csongrád nach Csanád begünstigte den Handel. Im Mittelalter sicherten die Märkte und Viehmärkte das Auskommen der Bevölkerung. Die umliegenden Gewässer und der See Hód begünstigten das Leben am Wasser und die Fischerei. Nach der Begradigung der Theiss änderten sich die Lebensbedingungen, durch das Austrocknen der Flüsse und Seen, was eine allmähliche Verbreitung des Ackerbaus zur Folge hatte. Die entstandenen Vertiefungen wurden aufgeschüttet, aber auch durch neue Einwanderer nahm die Gröÿe der Ansiedlung zu. Im Jahre 1873 wurde ihr das eigenständige Stadtrecht verliehen. Die schwungvollen Bauarbeiten der Jahrhundertwende formen das heutige Bild des Stadtzentrums. Die Zahl der Einwohner überstieg in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts die 55.000, was sie zur fünft bevölkerungsreichsten Stadt Ungarns machte. Das auf dem Gebiet der in türkischen Zeit zerstörten Dörfer entstandene Einzelhofsystem ergab eine charakteristische Sied-lungsform. Ein Teil der Einwohnerschaft lebte drauÿen in Bauernhöfen und zog er erst im Winter in das städtische Haus herein. Die Landwirtschaft, die Viehhaltung und der Ackerbau bildeten die Quelle ihres Auskommens. Die Stadt bewahrte ihren Agrarcharakter bis heute. Sie hat bedeutende handwerkliche und volkskundliche Traditionen.

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